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Praxis: Sichere Infrastruktur
Security beim RZ-Bau
Eine möglichst umfassende sicherheitstechnische Gesamtlösung
schützt vor möglicherweise existenzgefährdenden Risiken
wie Stromausfall, Einbruch, Brand, Wasser oder vor Schwankungen der Stromstärke,
Spannung, Temperatur und Luftfeuchte. Der Praxisbericht beschreibt, wie
das Dresdener Unternehmen Von Ardenne Anlagentechnik eine dazu nötige
Komplettlösung installierte.
Von Ardenne Anlagentechnik ist auf Hightech fokussiert und produziert
Ausrüstungen für energiesparende Oberflächenbeschichtungen
für den Trendbaustoff Glas. Außerdem engagiert man sich in
der Solartechnik. Für notwendige Erweiterungen haben die Dresdener
zusätzlich zu ihrem Stammstandort eine zwei Kilometer entfernte Produktions-
und Verwaltungsstätte eingerichtet. Mit einer Standleitung sind beide
Standorte verbunden. Per Glasfaser mit der Kapazität von 1 GBit/s
hängt das Unternehmen am öffentlichen Netz. Über
einen kodierten Internet-Zugang haben unsere weltweit tätigen Mitarbeiter
die Möglichkeit, ständig mit unserem unternehmenseigenen Datenbestand
zu arbeiten, erklärt Dipl.-Ing. Karl Bader. Er trägt als
Prozessleiter die Verantwortung für die Betriebsmittel inklusive
Rechenzentrum.
Zum internen Netzwerk gehören rund 1.000 Computerarbeitsplätze,
erläutert der 57-jährige Diplomingenieur und ergänzt: Im
Zuge unseres Wachstums ist auch die Datenmenge für den Server auf
ein Mehrfaches gestiegen. Die Konsolidierung dieser lebenswichtigen Grundlage
in Form eines neuen Rechenzentrums wurde unumgänglich.
Sicherheit der EDV- und IT-Anlagen bedeutet neben der Datensicherheit
auch die uneingeschränkt störungsfreie Verfügbarkeit der
elektronischen Speicher- und Rechenkapazität. Dies schließt
den Schutz vor Brand, Blitz, Diebstahl, Vandalismus sowie vor Klima-,
Wasser- und anderen Umweltschäden ein. Karl Bader führt Einzelheiten
zur Vorgeschichte der Investition aus: Unser neues Rechenzentrum
am neuen Standort im Gewerbegebiet Weißig brauchten wir redundant
und kompatibel mit dem vorherigen.
Der Prozessleiter rekapituliert kurz die erörterten Optionen, die
Planung mit internen personellen und räumlichen Kapazitäten
zu lösen: Eine zweistellige Zahl von Mitarbeitern, die nur
für die IT-Technik zuständig sind, plus eine eigene Etage im
Neubau dies erwies sich unter Einkalkulieren der relativ langen
Bau- und Ausfallzeit als zu teuer.
Redundanz, Reserve und Remote
Die Kriterien für die geplante professionelle Sicherheitslösung
fasst Karl Bader in den Stichworten Reserve, Redundanz und Remote zusammen.
Er beschreibt: Erstens: Die Komplettlösung für alle sicherheits-
und verfügbarkeitsrelevanten Einflüsse sollte ein kompaktes,
eingehaustes Rechenzentrum mit ausreichenden Kapazitätsreserven sein,
sodass wir für die nächste Zukunft gerüstet sind. Zweitens:
Wir wollen die ausfallsichernde Redundanz der erforderlichen Medien, Kühlung, Klima sowie Strom. Gleichfalls redundant wünschen wir
auch die Datenbasis, das heißt bei Totalausfall in Weißig
muss unser zuvor genutztes Rechenzentrum als Bypass möglichst unverzüglich
arbeitsfähig sein. Wir müssen in jedem Fall unsere laufenden
Rechenoperationen zu Ende führen und anschließend ordnungsgemäß herunterfahren
können. Und Drittens: Wir brauchen im Ernstfall die Hilfe sofort,
also Fernbedienbarkeit, Ferndiagnose, Fernwartung des professionellen Dienstleisters für die technisch funktionell ausgereifte
Gesamtlösung. So halten wir unsere internen Kapazitäten für
Kernaufgaben frei. Und wir sind von externen Zwischenlösungen unabhängig zumindest innerhalb der Karenzzeit zwischen eventuellem
Ausfall und Wiederherstellen der ausgefallenen Teilfunktion. Er
fügt hinzu: Während des Aufbauens und Installierens soll
der Dienstleister unsere bestehende Infrastruktur nicht beeinträchtigen
und nur minimale Betriebsfläche beanspruchen. Die Inbetriebnahme
der neuen Lösung darf die laufenden Prozesse nicht unterbrechen.
Qualität und Quotient
Mehrere Anbieter erfüllten teilweise die Anforderungen, jedoch
hat E-Tec entsprechend unseren Vorgaben die Komplettlösung mit dem
günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis geboten. Sie unterschied
sich von den anderen im Investitionsaufwand um das bis zu Zweieinhalbfache.,
berichtet Karl Bader weiter. Zuvor hatten wir definiert, was wir
wirklich benötigen und was verzichtbar ist: Maximal 30 Ausfall-Minuten
können wir nach einem Zeitpuffer zum Abschließen der
Rechenoperationen und zum Herunterfahren der Rechner notfalls verkraften,
Sicherheit von theoretisch hundert Prozent hingegen käme zu teuer.
Als Mittelständler zogen wir die pragmatische, funktional ausreichende
Lösung der maximalen vor. Die von E-Tec vorgestellte Variante
besteht aus hochwertigen und in sich gestaltbaren, aber industriell hergestellten
Modulen, die nach Kundenbedarf sinnvoll miteinander verknüpft sind.
So entsteht eine individuell angepasste und konzeptionell ausgereifte,
dabei kostenmäßig effiziente und offene, erweiterbare Lösung.
Wir wählten gemeinsam mit den Experten von E-Tec den Baukörper
mit den Betonelementen, bemessen nach dem Platzbedarf von 30 Racks, die passend dimensionierte Klimaanlage
und definierten die Zahl der Verteiler- und der Schaltschränke. Und
wir entschieden über die USV-Anlage plus Notstromgenerator, die Kapazität
des Dieselkraftstofftanks sowie alle weiteren relevanten Einzelheiten.
Daten und Details
Eine sternförmig zur Verteilerstation aufgebaute, zentral strukturierte
Verkabelung erlaubt unbegrenzte Verbindungsvarianten. Um die Flexibilität
innerhalb des relativ geschlossenen Systems zu gewährleisten, verlegten
die E-Tec-Fachleute 11.000 Meter Kupferkabel, deren dicke Bündel
unterhalb der Bodenplatten verlaufen. Die einzelnen Kabel führen
strukturiert zu den Patch-Feldern. Sie bilden exakt reproduziert die Datenflüsse
und Anschlüsse in den Schaltschränken vor Ort ab. Die klare
Zuordnung erleichtert die Dokumentation sowie Änderungen und Erweiterungen.
Den Zeit- und Kostenaufwand reduziert sie bei Inbetriebnahme ebenso wie
zukünftig. Nach Beratung mit den Dresdener Auftraggebern haben die
E-Tec-Fachleute das Verkabeln inklusive Ausmessen jedes Einzelstranges zusätzlich zu den üblichen Leistungen eines NCPI-Professionals
(NCPI = Network Critical Physical Infrastructure) erbracht.
Die vom öffentlichen Netz unabhängige Stromversorgungsanlage
schützt den Server vor den negativen Auswirkungen der oft unakzeptablen
Netzstromqualität. Die in Dresden installierte USV von APC arbeitet
mit einem hohen Wirkungsgrad von 96,5 Prozent bei 80 kW Nennleistung.
Ihre Betriebszeit von 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche zeigt die Relevanz
dieses Werts. Für die Anlaufzeit des Motors ist das Rechenzentrum
mit ausreichender Vorlaufzeit gepuffert. Diese Netzersatzlösung tritt
automatisch spätestens 15 Sekunden nach einer beliebig verursachten
Unterbrechung der Netzversorgung in Funktion und speist bis zu 150 kVA
ein. Die Füllung des Tanks reicht für die definierte Überbrückungszeit von
24 Stunden. Um die Sicherheit noch zu erhöhen, installiert E-Tec
im Sommer 2010 eine zweite, redundante USV, was die Stromqualität
auch bei einem Ausfall der ersten gewährleisten soll.
Cool und grün
Zwischen dem Erstellen des Baufundaments bis zur schlüsselfertigen
Übergabe des Rechenzentrums im Dezember vergingen nur drei Monate.
Unter dramatische Spannung gerieten die Projektbeteiligten, als zum Termin
in Dresden mit tagsüber minus 18 °C extrem kaltes Winterwetter herrschte. Denn das Einhalten des definierten Starttermins am Montag,
dem 21. Dezember war aus logistischen Gründen äußerst
wichtig. Das schallisolierend, wärmedämmend und einbruchhemmend
ausgeführte neue Gebäude ist in drei Räume unterteilt
für Server, für die Netzersatzanlage und für die übrigen
Einrichtungen. Drei gleiche Klimaanlagen arbeiten so, dass das System
bei Ausfall und für notwendige Wartung einer Anlage mit ausreichenden
zwei Dritteln Kapazität arbeiten kann. Als Freikühleinrichtung arbeiten die Anlagen bis zu 19 °C
Außentemperatur nur mit 45 kW Leistung über den Wärmeaustausch
mit der Außenluft und benötigen im Normalbetrieb lediglich
Strom für die Ventilatoren und Pumpen. Erst wenn die Temperaturen
höher steigen, muss Kälte erzeugt werden. Dabei sind die kühlen von den warmen Luftströmen
konsequent nach dem energieeffizienten Cold-Corridor-Prinzip voneinander
isoliert und so geführt, dass die Temperatur innerhalb des Server-Raums
weitgehend konstant um 20 °C gehalten wird.
Gerd Trommer und Marianne Walz/jos
Wegen weiterer Informationen wenden Sie sich bitte an das rgt redaktionsbüro
gert trommer, Johannishofweg 7, D-64579 Gernsheim, Tel. +49 (0)9320-30,
presse@rgt-gg.de
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Das energieeffiziente Cold-Corridor-Prinzip sorgt für die Kühlung
der Server und unterstreicht den grünen Anspruch des Rechenzentrums.
Fertigstellung des Rechenzentrums nach nur dreimonatiger Bauzeit.

Reportage VON ARDENNE
in LANline (PDF-Dokument)
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